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Kunstprojekt im Casablanca

Kunstraum
Datum:
9. Apr. 2024
Von:
Ursula Hakes

„Beate ist da“, so hieß es in der ersten Woche der Herbstferien täglich ab 14:00h und so wurde auch das gesamte Projekt genannt. Der Titel beschrieb sehr gut die Grundidee: Die Künstlerin Beate kam mit einem Koffer voller Ideen und Materialien zu den Kindern ins Casablanca. Was sich dann entwickelte, war vorher ganz bewusst nicht festgelegt, damit sich die Ideen der Kinder ohne Einschränkungen entfalten konnten.

Ziel war es, die Kinder in ihrer Kreativität zu unterstützen, ohne sie dabei allzu sehr mit Vorgaben einzuschränken. Denn das passiert in vielen anderen Zusammenhängen wie Schule naturgemäß zwangsläufig. Manchmal fällt dann sogar der Satz „Das kannst Du nicht!“, was sich schneller und langfristiger einprägt als es vielen bewusst ist.

Deshalb stand im Casablanca sehr oft die Frage im Raum: „Was möchtet ihr denn heute machen? Wozu habt ihr Lust?“ Zusammen mit der Künstlerin Beate Krempe wurden dann Wünsche besprochen, Vorschläge gemacht, Angebote beschrieben und Beispiele gezeigt. Dann ging es los.

Ab Mitte September kam Beate donnerstags und freitags. In der 1. Herbstferienwoche kam sie täglich, um ein intensiveres Arbeiten zu ermöglichen. Angefangen haben die Kinder damit ihre eigene Welt zu gestalten. Und jede*r hatte eine ganz eigene Vorstellung. Ein paar Beispiele: Da entstand z.B. eine Hundepension mit einem Golden Retriever, der wirklich golden angemalt war. Ein Himmel mit einem Flugzeug oder eine Schneelandschaft war ebenso dabei wie die bizarre Welt eines Computerspiels. Allen Arbeiten gemeinsam war die hohe Konzentration ihrer Künstler*innen. Als wir alle Welten aneinandergestellt hatten wurde deutlich, wie groß und vielfältig die eine, gemeinsame Welt ist. Danach wurden zahlreiche, sehr persönliche Kunstwerke geschaffen. Dabei wurden neben der klassischen Leinwand auch alte Gegenstände umgestaltet. Klopapierrollen, Dosen, Holzkisten, Schlüsselanhänger, Bücher, Uhren und vieles mehr wurden künstlerisch weiterentwickelt.

Für alle Ideen und Vorhaben wurde eine Lösung gesucht. Durch die grenzenlose Phantasie der Kinder, dem gut bestückten Werkraum und der sehr zugewandten und lebendigen Art der Künstlerin entstanden so zahlreiche Kunstwerke, die nicht selten die Kinder selbst wie aber auch uns Erwachsene zum Staunen brachten.

Finanziert wurde das Projekt über die LAG Kunst und Medien NRW. Schon zum dritten Mal kamen die Kinder vom Casablanca in den Genuss ein Projekt der LAG wahrzunehmen. Über diese Kooperation sind wir sehr froh, weil sie Kindern die Möglichkeit gibt einen Zugang zu Kunst und / oder Medien zu bekommen, den sie sonst in der Art nicht ohne weiteres bekommen hätten.

Und übrigens: Bisher hieß er Werkraum. Seit dem Projekt nennen die Kinder ihn Kunstraum. Völlig zurecht!

Ursula Hakes,
Einrichtungsleiterin